Die Fakten
- Verkehr als größter Umweltsünder
- Positive Energie- & Klimabilanz von Bioethanol
- Bioethanol und Biodiesel
- Superethanol
- FlexFuel Vehicles (FFVs)
- Verringerung der Ölabhängigkeit Österreichs
- Tierfutter als hochwertiges Nebenprodukt
- Flächenbedarf für Biokraftstoffe
- Derzeit keine Alternative zu Biokraftstoffen
- Biokraftstoffe der 2. Generation
22,6 Mio. Tonnen Treibhausgas-Emissionen kamen im Jahr 2008 in Österreich aus dem Verkehr, das entspricht einem Plus von 60,8 % gegenüber 1990 und einem Anteil von 26 % an den österreichischen Gesamtemissionen (Quelle: Umweltbundesamt 2010a).
Österreichisches Bioethanol aus nachwachsenden heimischen Rohstoffen zur Benzinbeimischung und Nutzung im neuen, umweltfreundlichen Kraftstoff SuperEthanol E85 weist nach Berechnungen des Grazer Joanneum Research Center sowohl eine günstige Energiebilanz von 1:3, dh. aus einer eingesetzten Energieeinheit werden drei Energieeinheiten Bioethanol gewonnen, als auch Treibhausgasbilanz auf.
Die Treibhausgasbilanz für in der AGRANA Anlage in Pischelsdorf erzeugtes Bioethanol zeigt, dass dieses über den gesamten Lebenszyklus, vom Anbau der Rohstoffe und deren Düngung, Transport und Verarbeitung sowie der Bereitstellung und der Verbrennung des Kraftstoffes im Motor, berechnet, rund 50% an Treibhausgasen gegenüber Benzin einspart. Zudem wird in Österreich bei der Bioethanol-Herstellung das hochwertige Eiweißfuttermittel „ActiProt" gewonnen, das transport- und energieintensive Soja-Importe aus Übersee ersetzt und dort Produktionsflächen für menschliche Ernährung freisetzt.
In Pischelsdorf erzeugtes Bioethanols entspricht damit bereits heute der von der EU für das Jahr 2017 geforderten Treibhausgaseinsparung von 50% gegenüber fossilen Treibstoffen.
Kraftstoff CO2 Bilanz im Vergleich

- Gegenüber konventionellen Kraftstoffen bietet Bioethanol die geringsten CO2 Emissionen.

SuperEthanol E85 ist ein Treibstoffgemisch aus bis zu 85 % Bioethanol und Superbenzin. Jeder Liter verbrauchtes Bioethanol statt Superbenzin als Treibstoff erspart der Umwelt rund 50% Treibhausgasemissionen. SuperEthanol E85 ist jedoch nicht nur umweltfreundlich und verringert den CO2 Ausstoß, sondern steigert auch die PKW-Motorleistung.
In Österreich ist SuperEthanol E85 seit 1. Oktober 2007 an öffentlichen Tankstellen erhältlich. www.superethanol.at
Für den Betrieb von Fahrzeugen mit SuperEthanol sind FlexFuel Vehicles (FFVs) notwendig. Das sind Fahrzeuge, die dank einer entsprechenden Steuerelektronik mit SuperEthanol, aber auch zur Gänze mit Superbenzin sowie mit jedem beliebigen Treibstoffgemisch aus Ethanol und Superbenzin, betrieben werden können.
Förderungsmöglichkeiten von FFVs:
NOVA-Änderung ab 1. Juli 2008
Die Änderung der Normverbrauchsabgabe (NOVA), welche mit 1. Juli 2008 in Kraft trat, sieht für bioethanolbetriebene Fahrzeuge einen Bonus von € 500.- vor (gegengerechnet mit den tatsächlichen Abgaswerten).
Förderung des Landes Niederösterreich
Das Land Niederösterreich fördert den Einsatz von FFVs durch die Gewährung eines Zuschusses von € 700,- pro Fahrzeug bei Neukauf eines FFV. Darüber hinaus übernimmt das Land Niederösterreich € 700,-, jedoch max. 50 % der Umrüstungskosten von Fahrzeugen, die nachträglich auf Bioethanolbetrieb umgerüstet werden. Weiters - € 700,- der Treibstoffkosten bei Bioethanol, jedoch max. 50%. Diese Förderung gilt für Privatpersonen, Taxiunternehmen und Fahrschulen bis zum Jahresende 2011, die ihren Hauptwohnsitz in Niederösterreich haben.
Zuschuss von Raiffeisen-Leasing
Raiffeisen-Leasing gewährt für jedes neu-geleaste FFV einen Zuschuss von € 300,- brutto.
Wenn Österreich 10 % seines Verbrauches an mineralölbasierenden Treibstoffen ersetzt, bedeutet dies einen wichtigen Schritt für den Klimaschutz und zur Verringerung der Abhängigkeit von Ölimporten, eine Verbesserung der Handelsbilanz und eine Stärkung unserer Volkswirtschaft. Das sichert tausende bäuerliche Arbeitsplätze!
Im Zuge der Produktion von Bioethanol in der Anlage Pischelsdorf/Niederösterreich entstehen aus rund 500.000 Tonnen Getreide als Nebenprodukt rund 150.000 Tonnen hochwertiges Eiweißfuttermittel für die Tierzucht. Damit werden etwa 30 % der rund 500.000 Tonnen Soja-Futtermittelimporte Österreichs aus Übersee ersetzt. Dazu kommt, dass die Abhängigkeit von Erdölimporten zurückgeht. Schließlich hat Bioethanol den Vorteil, leistungssteigernd zu wirken und völlig rückstandsfrei im Motor zu verbrennen. Durch die rückstandsfreie Verbrennung bietet sich auch die Möglichkeit, Ethanol in offenen Zimmer-Kaminen ohne Rauchabzug gefahrlos einzusetzen.
Die globale Herstellung von Biokraftstoffen im heutigen Ausmaß benötigt rohstoffseitig rund 5 % der weltweiten Getreideproduktion sowie 8 % der Ölsaatenproduktion, wie Raps-, Soja- und Palmöl (in Europa 1 – 2 % der Agrarproduktion).

- Getreideverbauch in der EU27: In der EU werden mehr als 50 % des Getreides als Tierfutter verwendet. (Quelle: ebio)
Flüssige Kraftstoffe sind zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur und zur Verteilung von lebenswichtigen Gütern heute unverzichtbar. Brauchbare Alternativen zu mineralischen Treibstoffen sind zurzeit nur Biokraftstoffe. Die Verwendung von Wasserstoff als Antriebsquelle für Fahrzeuge ist frühestens in Jahrzehnten realistisch. Der Einsatz von Elektroautos ist derzeit nur in städtischen Bereichen möglich. Um in beiden Fällen eine positive Klimabilanz zu erreichen, müsste elektrischer Strom in erheblichem Umfang aus erneuerbaren Energiequellen (Solar, Wind, Wasser) oder CO2 neutralen Kraftwerken zur Verfügung stehen. Dies ist derzeit nicht der Fall.
Bei Biokraftstoffen der 2. Generation werden auch die cellulosischen Anteile von Pflanzen, also etwa auch Gräser oder Hölzer, für die Herstellung verwendet. Es wird allerdings noch einige Jahre dauern, bis diese Technologie den Anlagen der ersten Generation vorgeschaltet werden kann. Bis dahin ist es richtig, im Sinne unserer Umwelt die bestehende Technologie optimal zu nutzen. Denn ohne die Wegbereiter der ersten Generation, die die Infrastruktur und den Markt für Biokraftstoffe aufbauen, wird es keine zweite Generation geben, da die notwendigen hohen Infrastruktur-Investitionen fehlen werden.
